New-Delhi: Hindu Disneyland, Zuckerperlen und High-Tea

Am dritten und letzten Tag in Delhi haben wir uns wieder mit der Metro auf den Weg in die Stadt gemacht. Unser Ziel war diesmal New-Delhi. Dieser Teil der Stadt entstand während der britischen Kolonialzeit, da Delhi 1911 das heutige Kolkata als Hauptstadt ablösen sollte. Das Regierungsviertel wurde von den britischen Architekten Edwin Lutyens und Herbert Baker entworfen und am Reißbrett geplant. Als wir uns unseren Weg aus der Metro ans Tageslicht bahnen, staunen wir erstmal nicht schlecht. Es sieht so gar nicht aus wie im Rest von Delhi: Keine engen und schmalen Gassen, kein chaotischer Verkehr, kein Dreck. Stattdessen gibt es breite, saubere Alleen und grüne Parks, Museen und beeindruckende Regierungsgebäude. In der Mitte der Stadt verläuft eine breite prachtvolle Straße, die Rajpath. Am westlichen Ende dieser Straße befindet sich das Rashtrapati Bhavan, Amtssitz und zugleich Residenz des indischen Staatspräsidenten. Im Osten steht das Kriegsdenkmal India Gate, es erinnert an die Soldaten, die im Ersten Weltkrieg für das britische Empire ihr Leben ließen – ganze 90.000. Wir laufen vorbei am Parlamentsgebäude Sansad Bhavan in Richtung Rashtrapati Bhavan. Lenny meint er müsste sich in die Mitte der Rajpath stellen um ein schönes Foto zu machen, daraufhin wird er sofort von der Militärpolizei abgepfiffen. Polizisten und Militär sind hier überall. Nachdem wir uns den Amtssitz des Präsidenten genauer angeschaut haben, nehmen wir uns ein TukTuk und fahren auf der langen, schnurgeraden Straße Richtung India Gate. Dort wimmelt es von Touristen, Bettlern und den obligatorischen Krimskrams-Verkäufern.

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Delhi Metro
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Rajpath und ganz klein im Hintergrund der Rashtrapati Bhavan
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Diesmal in die andere Richtung, ganz klein das India Gate

 

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Im TukTuk
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India Gate

Mit dem TukTuk fahren wir dann auch weiter Richtung Connaught Place, das Zentrum von New-Delhi. Dort soll man sehr gut shoppen können (es gibt viele Einkaufszentren, McDonalds und Co. – alles sehr touristisch angelegt), da wir das aber nicht vorhaben, nehmen wir von hier die Metro. Auf unserem Plan standen nämlich noch ein paar weitere Punkte. Zuerst ging es zum Akshardam Tempel, ein relativ neuer hinduistischer Tempel in New-Delhi. Übersetzt bedeutet Akshardam „Zuhause des höchsten Gottes“. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Tempel 2005 fertiggestellt. Seit 2007 steht er als „weltweit größter Hindu Tempel“ im Guinness Buch der Weltrekorde. Beim Betreten muss man zunächst fast alle Habseligkeiten abgeben (Geld und Wasser darf man behalten) und bekommt dafür eine Nummer, um die Sachen später wieder abholen zu können. Im Inneren ist es nicht gestattet Fotos zu machen, deshalb müssen Kamera und Handys draußen bleiben (hier gibt es einige Bilder). Aber auch Dinge wie Gürtel und EC-Karten dürfen nicht mitgenommen werden. Dann folgt noch die Sicherheitskontrolle und man hat es geschafft. Der Eintritt ist zu unserem Erstaunen übrigens kostenlos. Da es zu dieser Jahreszeit so heiß ist, sind zum Glück auch nicht ganz so viele Touristen da. Der Tempel aus rotem Sandstein und Marmor ist wirklich beeindruckend, erinnert aber auch etwas an einen Themenpark – Disneyland für Hindus sozusagen. Es gibt Filmvorstellungen, verschiedene Licht- und Wassershows, Bootsfahrten und Ausstellungen. Der Tempel selbst besteht aus mehreren Kuppeln und Säulen und ist verziert mit Statuen von Göttern und Heiligen. Besonders gefallen haben uns die Statuen der Elefanten. Im Inneren ist alles aus weißem Marmor und Gold.

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Unser einziges Bild vom Akshardam Tempel

Unser nächstes Ziel ist der Laxmi Narayan Tempel – auch bekannt unter dem Namen Birla Mandir. Wir brauchen eine gefühlte Ewigkeit von der Metrostation bis zum Tempel, bei der Hitze doppelt so anstrengend. Aber als wir ihn dann endlich gefunden haben, hat es sich wirklich gelohnt. Auch hier ist das Fotografieren im Tempel nicht erlaubt. Wir ziehen unsere Schuhe am Eingang aus und schlendern durch die weitläufige Tempelanlage aus weißem Marmor. Irgendwann setzen wir uns an den Rand und beobachten die Besucher des Tempels bei ihren Ritualen. Später spende ich noch etwas und bekomme dafür den roten Punkt auf die Stirn, eine Blumenkette um den Hals und kleine weiße Zuckerperlen die ich essen soll. Wir verstehen nicht immer alles was uns der Mann vor dem Schrein erzählt, es hat viel mit den hinduistischen Göttern Lakshmi, Vishnu Shiva und Krishna zu tun – aber es klingt alles sehr interessant und mystisch.

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Laxmi Narayan Tempel

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Wir nehmen wieder ein TukTuk und fahren zum Imperial Hotel. Während der Fahrt versucht uns der TukTuk Fahrer ständig eine Stadtrundfahrt anzudrehen, als wir ablehnen schlägt er uns vor, uns zu einem Shop seines Bekannten zu fahren, den müssten wir uns unbedingt anschauen. Wir nehmen es langsam mit Humor und lehnen dankend ab. Im Imperial wollen wir einen High-Tea trinken, davon hatten uns Kathrin und Jörn aus Goa erzählt und wir waren schon ganz gespannt was uns erwarten wird. Das Hotel ist super schön und luxuriös und wir fühlen uns zuerst ein bisschen fehl am Platz. Es ist aber sehr ruhig und angenehm und man kann für eine Stunde mal abschalten und den ganzen Trubel und die Hitze draußen vergessen. Beim High-Tea bekommt man zum Tee (von dem man übrigens so viel nachgeschenkt bekommt wie man will) kleine belegte Brote, Kuchen und Gebäck serviert. Für so einen Tee muss man dann schon mal 20€ pro Person bezahlen, aber es hat sich wirklich gelohnt.

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Imperial Hotel
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High Tea

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Mit der Metro ging es für uns dann wieder zurück ins Hotel, wo wir nach dem Abendessen ziemlich müde in unser Bett gefallen sind.

Namasté! Caro & Lenny

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