Kathmandu: What about hiking, mountains?

Von Delhi ging es für uns mit dem Flugzeug nach Kathmandu. Die Flugzeit beträgt gerademal 1 ½ Stunden. Die Landebahn ist so kurz, dass unser Flugzeug ziemlich stark bremsen muss und auch erst fast ganz am Ende der Landebahn zum Stehen kommt. Ich mit meiner leichten Flugangst bin nicht ganz so begeistert. Aber wenigstens haben wir jetzt Boden unter den Füßen – nepalesischen Boden. Am Flughafen muss man dann noch das Visa on Arrival beantragen, das dauert alles seine Zeit, da alle die im Flieger saßen natürlich auch eins benötigen. Zuerst muss man seine Daten auf einem Zettel eintragen, dann muss man das Ganze nochmal an einem Computer-Terminal eingeben und dort auch seinen Pass scannen und ein Bild von sich machen lassen (ziemlich modern wie wir finden). Mit dem Zettel aus dem Terminal muss man dann noch zu einem Schalter und die Visagebühr bezahlen. 15 Tage kosten 20$, 30 Tage kosten 40$. Da wir vorhaben länger als 15 Tage zu bleiben, entscheiden wir uns für das 30-Tage-Visum. Insgesamt bleiben wir 10 Tage hier in Kathmandu, was sich als gute Entscheidung herausstellen wird. Lenny hat nämlich schon während des Flugs Magenprobleme und als wir dann endlich im Hotel ankommen geht es ihm dann immer schlechter. Er bekommt Fieber, Schüttelfrost und Durchfall. Deshalb bleiben wir die ersten zwei Tage im Hotelzimmer und wagen uns nur ab und zu raus um einen Tee zu trinken oder etwas zu essen. Das tut auch ganz gut, denn hier in Nepal ist es im Vergleich zu Delhi viel kühler, um die 30°C und nachts sogar teilweise nur 20°C. Unser Hotel liegt, wie alle andern Hotels auch, im Stadtteil Thamel – dem Touristenzentrum Kathmandus. Die Straßen hier sind sehr eng, es gibt keinen Gehweg, rechts und links befinden sich kleine Shops die Souvenirs, Trekkingtouren und alle möglichen Trekkingutensilien verkaufen. Zwischen den Einheimischen und den vielen Touristen drängen sich auf den Straßen Fahrradrikschas, Roller, Motorräder und Autos. Es ist sehr staubig und die Luftverschmutzung ist sehr hoch. Das Atmen fällt einem sehr schwer, die meisten Einheimischen tragen auch einen Mundschutz (wir später auch). Zwischen all dem Trubel stehen immer wieder kleine goldene Schreine, aus einigen Läden kommt angenehme nepalesische Musik und Räucherstäbchengeruch liegt in der Luft. Die Straßenverkäufer sind hier nicht so aufdringlich wie in Indien und oft sehr lustig. Uns begegnet z.B. immer wieder ein Nepalese, der uns mit seinem Goldzahn angrinst und uns fragt „What about hiking, mountains?“ um dann einfach wieder davon zu marschieren. Oder die Straßenverkäufer mit ihren selbstgeschnitzten Holzgeigen, die einem beim Vorbeilaufen ein Ständchen vorspielen (nicht gerade super musikalisch). In Kathmandu kann man auch (nicht wirklich legal, aber sozusagen toleriert) Gras auf der Straße kaufen. Auch hierfür gibt es Verkäufer. Da Lenny immer mit seiner Flexfit Cap, der verspiegelten Sonnenbrille und seinem Bart durch die Gegend läuft, halten ihn die Grasverkäufer für einen potentiellen Kunden. Er wird ANDAUERND angesprochen und von überall flüstert es: „Do you want weed, marijuana, hashish?“.Ein weiterer interessanter Aspekt an Nepal ist die Stromversorgung. Da es nicht genug Strom gibt, um Nepal den ganzen Tag damit zu versorgen, wird der Strom rationiert. In Kathmandu hat es pro Tag ca. 11 Stunden Strom, wann die Stromzeiten sind kann man in einer Art Kalender nachschauen. Daran muss man sich auch erst mal gewöhnen. Unser Hotel hat zum Glück einen Generator und es gibt deshalb immer etwas Licht und warmes Wasser.

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In Nepal ist jetzt das Jahr 2073 – die Zeitrechnung hat hier früher begonnen

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10 Minuten von unserem Hotel entfernt befindet sich der Garden of Dreams. Hinter einer großen Mauer liegt hier ganz abseits vom Lärm und Chaos der Straße ein schön angelegter Garten. Wir kommen während unseres Aufenthalts in Kathmandu insgesamt zweimal hier her. Es ist einfach total schön auf einer Bank zu sitzen oder im Gras auf eine Matratze zu liegen und die Atmosphäre hier zu genießen (und die nepalesischen Familien zu beobachten). Hier befindet sich auch das Kaisers Café wo wir uns zum ersten Mal seit langem wieder Nudeln gönnen.

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Am darauffolgenden Tag wollen wir uns eigentlich auf den Weg zum Swayambhunath Tempel (Monkey Tempel) machen, verlaufen uns aber und landen zunächst beim Durbar Square. Der Durbar Square ist das Herz der Altstadt mit vielen historischen Gebäuden und Tempel. Leider wurden viele der Gebäude teilweise oder komplett vom Erdbeben zerstört. Hier machen wir es uns mit einer kalten Cola auf einer der vielen Dachterrassen gemütlich, von der man einen tollen Ausblick über den Platz hat. Zum Schluss schauen wir uns noch den Tempel der Kumari an, der sich ebenfalls am Durbar Square befindet. Dort lebt die Kumari, eine Kindgöttin, die eine Inkarnation der Göttin Taleju sein soll. Sie darf den Tempel nicht verlassen, nur mit ihrer Familie sprechen und lässt sich ab und zu an einem Fenster blicken. Wir wollen aber nicht auf diesen Auftritt warten, da wir es etwas traurig finden, dass dieses Mädchen dort im Tempel eingesperrt wird und machen uns auf den Weg zum Monkey Tempel.

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Dort angekommen müssen wir erst mal 365 steile Stufen hinter uns bringen. Da der Tempel auf einer Art Plateau liegt, hat man von dort einen sehr schönen Rundumblick auf das Kathmandu-Tal. Der Swayambhunath Tempel ist einer der ältesten buddhistischen Tempel der Welt, im Uhrzeigersinn laufen die Gläubigen um die Stupa in der Mitte und drehen die Gebetsmühlen.

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Unsere Kathmandu-Erkundungstour ging mit der Bodnath Stupa weiter. Vor dem Erdbeben gehörte sie mit ihren 36 Metern zu den größten Stupas weltweit. Leider wurde der obere Teil der Stupa beim Erdbeben komplett zerstört und befindet sich jetzt erst wieder im Aufbau. Trotzdem ist es schön, die Mönche beim Umrunden der Stupa zu beobachten und auf dem runden Platz um die Stupa zu verweilen. Hier findet man viele Souvenir Shops und kleine Cafés.

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So sah die Stupa vor dem Erdbeben aus

Auf unserem Plan stand auch noch der Pashupatinath Tempel, der wichtigste hinduistische Tempel in Nepal. Hier werden die Verstorbenen öffentlich und im Kreis ihrer Familienangehörigen auf Scheiterhaufen verbrannt. Die Asche wird danach in den Fluss gestreut. Es ist schon ein sehr komisches Gefühl bei diesem doch sehr privaten Ereignis zusehen zu können. Der Umgang mit dem Tod ist im Hinduismus einfach ein komplett anderer und für uns zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Die Atmosphäre in diesem Tempel ist jedoch einzigartig, überall laufen Sadhus herum (Wanderheilige, die mit ihren Körperbemalungen aussehen als kämen sie aus einer anderen Welt) und alles ist in dichten Rauch gehüllt.

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Zwei weitere Orte, die wir in Kathmandu besucht haben waren Bhaktapur und Patan (auch Lalitpur) genannt. Beide Städte befinden sich im Kathmandu-Tal und waren früher eigenständige Königreiche. Beide Städte haben (wie Kathmandu auch) einen Durbar Square. Wir haben jeweils einen Tag in diesen Städten verbracht, sind durch die kleinen Gassen geschlendert und haben uns auf den Dachterrassen ein Bild von oben gemacht.

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Patan Durbar Square

 

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Patan Durbar Square
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Bhaktapur
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Bhaktapur
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Bhaktapur

Namasté! Caro & Lenny

4 thoughts on “Kathmandu: What about hiking, mountains?

  1. Ich kann nicht oft genug sagen, wie begeistert ich von dem Blog bin. Du schreibst einfach klasse! Die Bilder sind auch richtig super. Ich hoffe euch zwei geht es gut. Ich denke immer wieder an euch und wo ihr wohl gerade seid. Schoen dass es den Blog gibt 🙂

  2. Super schön!!! Gut das es dir wieder besser geht Lenny!!! bin mal gespannt auf den nächsten Post :P….der Berg ruft nehme ich an!?!?^

  3. Hallo Ihr 2, hab heute den fortgang Eurer Reise gelesen und bin wieder total begeistert von den Infos und
    Bildern 🙂 !!!!! Hoffe Euch geht es bestens (wieder) und Ihr könnt Eure Welterkundung weiter geniessen!!!!!
    Bin gespannt auf den nächsten Teil !!!!!
    NAMASTE, EUER “VERFOLGER”

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