Im Norden von Thailand: Chiang Mai, Pai & Chiang Rai

Ich muss gestehen, dass wir uns vor unserer Reise nicht wirklich viele Gedanken über Chiang Mai, den Norden Thailands oder Thailand allgemein gemacht haben. Bei unserer Reiseplanung war dieses Land für uns immer nur so etwas wie ein „Durchgangsland“. Wir müssen zugeben: Wir hatten einige Vorurteile! Bei Thailand dachten wir vor allem an (Fullmoon-) Partys, betrunkene Touristen und Ladyboys. Wir konnten nicht verstehen, was so viele Touristen nach Thailand zieht. Natürlich findet man all das in Thailand, aber nicht nur und vor allem: Man findet noch viel mehr! Irgendwie ist der Teil mit der wunderschönen Natur und den atemberaubenden Tempeln bisher nicht zu uns durchgedrungen.

Nach Bangkok und Myanmar hatten wir uns dazu entschlossen, nur den Norden Thailands zu bereisen und den Süden komplett auszulassen – es passte einfach nicht in unsere Route und unseren Zeitplan. Und ich denke im Nachhinein war das die beste Entscheidung die wir treffen konnten. Wir haben uns total in den Norden verliebt. Da unser Flug in Mandalay ziemlich Verspätung hatte, war es beim Landeanflug auf Chiang Mai schon dunkel. Wir hatten uns Chiang Mai als einen kleinen Ort in den Bergen vorgestellt und bei dem riesigen Lichtermeer unter uns waren wir sehr erstaunt wie groß die Stadt eigentlich ist.

Wenn man Chiang Mai mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es wohl mit dem Wort Tempel. Insgesamt soll es hier rund 200 geben, viele davon befinden sich in der Altstadt. Egal wo man sich aufhält, der nächste Tempel ist sicher nur ein paar Minuten entfernt. Natürlich hat Chiang Mai noch einiges mehr zu bieten, wegen der wunderschönen Landschaft wird die Stadt auch die “Rose des Nordens” genannt. Kein Wunder, Chiang Mai liegt am Mae Nam Ping Fluss und ist von der Berglandschaft des Doi Suthep-Pui Nationalparks umgeben, dessen höchste Gipfel der Doi Suthep, Doi Pui und Doi Buakha sind. Auch die Altstadt mit den Resten der antiken Stadtmauer und dem Wassergraben hat uns gut gefallen, in den Seitenstraßen gibt es viele kleine, liebevoll gestaltete Cafés, Restaurants und Läden.

Unsere Tage in Chiang Mai haben wir aber größtenteils mit der Besichtigung der vielen Tempel verbracht. Zusammen mit Romina und Marc sind wir los zu unserer “Wat-Wanderung” (Achtung Wortspiel! Wat bedeutet übersetzt Tempel). Man kann sich gar nicht satt sehen an den vielen, wunderschön gestalteten Tempeln! Jeder ist eine Besonderheit und keiner gleicht dem anderen. Tempel ganz aus Gold, verwitterte Tempel aus Stein oder Holz, Buddha-Statuen und Chedi (thailändische Stupas), es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Einer der bedeutendsten Tempel der Stadt ist der Wat Phra Singh, eine buddhistische Tempelanlage aus dem 14. Jahrhundert. Im Hauptgebäude, dem Wihan Lai Kham, befindet sich die Phra Buddha Sihing Statue. Jedes Jahr zum Sogkran-Fest wird sie durch die Straßen von Chiang Mai getragen.

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Wat Phra Singh
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Mönche im Ubosot (Tempelraum für Mönche) des Wat Phra Singh
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Schilder mit Weisheiten im Park des Wat Phra Singh

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Hor Trai (Bibliothek), Wat Phra Singh
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Chedi des Wat Phra Singh
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Wat Phra Singh
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Phra Buddha Sihing Statue, Wat Phra Singh
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Wat Phra Singh

Ein weiterer buddhistischer Tempel, der sich in der Altstadt befindet, ist der Wat Chedi Luang. Teile der Tempelanlage wurden 1545 durch ein Erdbeben zerstört, was dem Tempel unserer Meinung nach aber einen besonderen Charme verleiht. Sobald es dunkel wird, wird die Tempelanlage sehr schön beleuchtet und es entsteht eine einzigartige Atmosphäre. Wir haben eine Weile hier verbracht und den Opfergaben und dem Treiben der Gläubigen zugesehen.

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Wat Chedi Luang
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Wat Chedi Luang
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Wat Chedi Luang
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Opfergaben, Wat Chedi Luang

Der wohl schönste Tempel in Chiang Mai ist der Wat Phra That Doi Suthep. Er liegt 15 km westlich vom Stadtzentrum auf dem Doi-Suthep Berg. Mit dem Tuktuk werden wir auf einer ziemlich kurvigen Straße (und mit einem ziemlichen Tempo) bis zum Fuß des Tempels befördert. Von hier aus müssen wir noch die 200 Stufen zur Tempelanlage nehmen. Oben angekommen ist man nicht nur durch die goldene Pracht des Tempels überwältigt, sondern auch durch die atemberaubende Aussicht auf Chiang Mai. Wir werden an diesem Tag sogar mit einem Regenbogen über der Stadt belohnt.

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Aussicht auf Chiang Mai, Wat Phra That Doi Suthep
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Regenbogen über Chiang Mai
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Mönche, Wat Phra That Doi Suthep
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Wat Phra That Doi Suthep
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Wat Phra That Doi Suthep
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Diesmal kein Tempel: Dreikönigsdenkmal vor dem heutigen Kunst- und Kulturzentrum. Die Könige Mengrai, Ramkamhaeng von Sukhothai und Ngam Muang von Payao sollen zusammen Chiang Mai gegründet haben

Neben den vielen Tempelbesuchen haben wir, zusammen mit Romina und Marc, auch einen Muay Thai Boxkampf besucht. Muay Thai oder auch Thaiboxen ist der Nationalsport Thailands und ein Besuch daher fast schon Pflicht. Die Kämpfe und Stadien in Chiang Mai sind sicher nicht so groß wie in Bangkok, dafür bezahlt man aber auch nur einen Bruchteil des Eintrittspreises. Anscheinend sollen auch viele der Kämpfe in Bangkok extra für Touristen gestellt werden, in Chiang Mai dagegen bekommt man (laut dem Veranstalter) den „real deal“. Wir entscheiden uns für einen Internationalen Kampf im Thapae Boxing Stadium, jeden Abend finden hier 6-8 Kämpfe statt. Der letzte Kampf an unserem Abend soll zwischen einer Thailänderin und einer Italienerin stattfinden.

Das Stadion gleicht eher einer großen, alten Fabrikhalle, in der sich in der Mitte der Boxring befindet. Um den Ring herum stehen Tische mit verschiedenen, sehr kitschigen Plastiktischdecken und dazu wild zusammengewürfelte Stühle. An den Wänden im Hintergrund befindet sich die Bar. Wir haben Plätze direkt neben dem Ring und es stellt sich während des ersten Kampfs heraus, dass die Kämpfer des blauen Teams (die Gegner tragen rot) genau an unserem Tisch vorbei in den Ring einlaufen – sehr spannend! Klar, welches Team unser Favorit während der Kämpfe werden würde. Wir bestellen uns erstmal ein Bier und beobachten das Treiben und die Vorbereitungen für den Kampf. Überall riecht es nach Tiger Balm, die Kämpfer werden am ganzen Körper damit eingerieben. Wir kannten uns absolut nicht mit den Regeln aus, aber die bekommt man während der Kämpfe so einigermaßen mit. Ein Kampf geht über fünf Runden und startet mit einer Zeremonie, dem Wai Khru Ram Muay. Zu einer traditionellen Musik führen die Kämpfer einen Tanz im Ring auf, dabei soll der Trainer geehrt und ihm Respekt entgegengebracht werden. Hier in diesem Video (klick!) könnt ihr euch anschauen wie so etwas aussieht. Die Musik läuft auch während der Kämpfe.

Im ersten Kampf des Abends kämpfen zwei ca. 14-Jährige gegeneinander die ihre Sache schon ziemlich ernst nehmen. Mit jedem weiteren Kampf werden die Kämpfer dann älter und die Kämpfe härter (inklusive K.O.). Der „Specialfight“ zwischendrin, bei dem ungefähr acht mehr oder weniger sportliche Männer mit verbundenen Augen und Boxhandschuhen aufeinander losgelassen werden, gefällt vor allem den Thailändern. Die kriegen sich gar nicht mehr ein vor lauter Lachen. Beim letzten, internationalen Kampf gewinnt die Thailänderin gegen die Italienerin nach Punkten, die Italienerin hat sich aber ganz gut geschlagen. Wetten ist in Thailand eigentlich verboten, aber hier findet es ganz offen statt. Marc versucht sein Glück bei einem Kampf und setzt natürlich auf den blauen Kämpfer. Der gewinnt dann auch – Anfängerglück! Alles in allem hatten wir einen tollen Abend und eine Menge Spaß bei unserem ersten Muay Thai Boxkampf.

Pai

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Chiang Rai

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